Ikras geheimes Kristalltheater
Kling, kling, kling!
Ikra schreckte auf. Was war das? Sie saß neben ihrer Mutter Niri in der großen, dunklen Höhle, und überall funkelte es geheimnisvoll. Ihre Tante Murphy lachte leise.
„Keine Angst, kleine Ikra", flüsterte Niri und nahm ihre Hand. „Das sind nur die Kristalle, die sich in der Nacht dehnen und zusammenziehen."
Aber Ikra horchte genauer hin. Kling, kling, kling! — es klang wie Musik! Wie sanfte Glocken, die ein Lied spielten. Murphy zeigte auf die glitzernden Wände. „Siehst du? Jeder Kristall ist anders."
Da hatte Ikra eine wunderbare Idee. Was, wenn diese Musik ein Theater war? Ein Theater nur für sie!
Sie stand auf und bewegte sich langsam zwischen den funkelnden Steinen. Mit jedem Schritt leuchteten die Kristalle in anderen Farben auf — zartes Rosa, sanftes Blau, warmes Goldgelb. Kling, kling! Die Musik folgte ihr wie ein Echo.
„Schau, Niri!" rief Tante Murphy leise. „Ikra tanzt mit den Kristallen!"
Niri nickte lächelnd. „Das ist Ikras eigenes Theater, Murphy. Nur für sie."
Ikra drehte sich langsam, immer langsamer. Die Kristalle leuchteten jetzt ganz sanft, wie müde Augen, die zuschlafen. Das Kling, kling, kling wurde zu einem beruhigenden Summen.
Sie legte sich auf die weichen Moospolster zwischen den Steinen. Niri und Murphy setzten sich neben sie. Gemeinsam sahen sie zu, wie die Kristalle immer schwächer leuchteten, bis nur noch ein zartes, warmes Glimmer blieb.
„Gute Nacht, kleines Theater", flüsterte Ikra und schloss ihre Augen. Die Musik spielte weiter — wie ein Schlaflied nur für sie allein.